Die Tarife 2027 kommen: die Basis 2026 zum Vergleichen
Die rund 590 Schweizer Netzbetreiber müssen ihre Stromtarife für das Folgejahr vor Ende August melden, und der nationale Vergleich der Eidgenössischen Elektrizitätskommission erscheint Anfang September. Um das Ausmass der angekündigten Veränderung einordnen zu können, zeigt dieser Artikel, was heute jede der 2’108 dokumentierten Gemeinden bezahlt.
Ein fester Fahrplan, drei Termine
Der jährliche Tarifzyklus beim Strom folgt immer denselben Schritten. Die Netzbetreiber melden ihre Tarife für das Folgejahr vor Ende August. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission stellt ihren nationalen Vergleich anschliessend Anfang September zur Verfügung. Die neuen Tarife treten am 1. Januar in Kraft und bleiben das ganze Jahr über fest.
Diese Regelmässigkeit erlaubt es, vorauszuplanen. Wer seinen aktuellen Tarif kennt, kann ab der Publikation das genaue Ausmass der Änderung messen und mit den Nachbargemeinden vergleichen, auf derselben Verbrauchsgrundlage.
Die Basis 2026, Gemeinde für Gemeinde
2026 liegt der mittlere Tarif bei 27.89 Rappen pro Kilowattstunde für das Profil H4, also für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4’500 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht einer Jahresrechnung von rund 1’255 Franken. Die Hälfte der Gemeinden liegt zwischen 26.39 und 30.02 Rappen.
Die Extreme liegen deutlich weiter auseinander: 9.64 Rappen in Zwischbergen (VS) gegenüber 43.61 Rappen in Kestenholz (SO). Für denselben Haushalt steigt die Jahresrechnung von 434 auf 1’962 Franken, also um 1’529 Franken.
Was sich bewegt und was nicht
Ein Stromtarif setzt sich zusammen aus der Energie, der Netznutzung, den kommunalen Abgaben und dem Bundeszuschlag. Der Netzanteil macht 2026 im Median 40 % des Gesamttarifs aus: Er hängt von den örtlichen Infrastrukturkosten ab und verändert sich langsamer als der Energiepreis.
- Die Energie folgt den Märkten und den Beschaffungsverträgen des Netzbetreibers.
- Das Netz spiegelt die örtlichen Infrastrukturkosten und bleibt von Jahr zu Jahr stabiler.
- Die kommunalen Abgaben beruhen auf einem örtlichen politischen Entscheid.
- Der Bundeszuschlag ist überall gleich hoch.
Eine angekündigte Erhöhung verteilt sich deshalb nicht gleichmässig auf die Gemeinden. Nur die prozentuale Veränderung zu vergleichen, kann in die Irre führen: Zwei Gemeinden, die um 5 % erhöhen, starten nicht vom selben Niveau.
Massgebend ist somit das erreichte Niveau und nicht die angekündigte Veränderung. Eine Gemeinde, die von 22 Rappen ausgeht und um 10 % erhöht, bleibt günstiger als eine Gemeinde bei 33 Rappen, die gar nicht erhöht.
Die Kantone mit den extremsten Medianwerten
2026 weisen Zug (21.88 Rp.), Nidwalden (22.06 Rp.), Zürich (24.14 Rp.) und Genf (24.88 Rp.) die tiefsten kantonalen Medianwerte aus. Die höchsten entfallen auf Basel-Stadt (33.25 Rp.), Schaffhausen (32.20 Rp.), Solothurn (30.47 Rp.) und Basel-Landschaft (30.20 Rp.).
Amtliche Tarife der Eidgenössischen Elektrizitätskommission für 2026, Verbrauchsprofil H4 (4’500 kWh pro Jahr), Standardprodukt, alle Bestandteile inbegriffen. Versorgen mehrere Netzbetreiber dieselbe Gemeinde, was auf 130 Gemeinden zutrifft, weist Civiora den Median der Tarife aus. Die Termine des Tarifkalenders sind jene der Eidgenössischen Elektrizitätskommission.
Quellen des Artikels
Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom)Strompreise 2026, Profil H4, StandardproduktQuelle ansehen
