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Die Stromtarife 2027, Gemeinde für Gemeinde

Der Stromtarif des Musterhaushalts sinkt per 1. Januar 2027 im Median um 3.4 %, von 27.89 auf 26.91 Rappen pro Kilowattstunde. Von den 2’107 dokumentierten Gemeinden sehen 1’799 einen tieferen Tarif, 305 einen höheren und 3 bleiben auf demselben Niveau.

Dossier: Was sich am 1. Januar 2027 ändert · 3 von 4

Stromzähler an einer hellen Wand, sauber verlegte Kabel, streifendes Licht am Spätnachmittag

Ein bescheidener, aber breit geteilter Rückgang

Für das Profil H4, einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4’500 Kilowattstunden pro Jahr, sinkt die mittlere Jahresrechnung von 1’255 auf 1’211 Franken. Die mittlere Ersparnis beträgt damit 41 Franken im Jahr, ein realer Betrag, der jedoch in keinem Verhältnis zu den übrigen Budgetposten steht.

Der Rückgang ist dennoch die Regel und nicht die Ausnahme: Bei mehr als acht von zehn Gemeinden sinkt der Tarif. Das ist das Gegenteil der Bewegung bei den Krankenkassenprämien, die per 1. Januar 2027 überall steigen.

Wo der Rückgang am deutlichsten ausfällt

GemeindeVeränderung2026 auf 2027 (Rp./kWh)Jahreseffekt
Ins (BE)-34.7 %36.88 auf 24.09-576 CHF
Aarwangen (BE)-22.7 %30.85 auf 23.86-315 CHF
Ferrera (GR)-21.6 %13.47 auf 10.56-131 CHF
Seeberg (BE)-20.4 %30.25 auf 24.09-277 CHF
Maisprach (BL)-20.2 %32.09 auf 25.62-291 CHF
Blumenstein (BE)-19.0 %36.38 auf 29.46-311 CHF
Niederhelfenschwil (SG)+15.0 %39.83 auf 45.82+270 CHF
Rebstein (SG)+14.9 %30.24 auf 34.76+203 CHF
Olsberg (AG)+14.5 %24.20 auf 27.70+158 CHF
Unterbäch (VS)+13.7 %20.21 auf 22.97+124 CHF

Im kantonalen Median fällt der Rückgang am deutlichsten aus in JU (-7.6 %), BE (-7.6 %), BL (-7.5 %), AI (-7.2 %). Umgekehrt steigt der mittlere Tarif in TI (+3.1 %), AR (+1.3 %), BS (+0.5 %).

Woraus sich ein Stromtarif zusammensetzt

Der Preis pro Kilowattstunde summiert vier Bestandteile: die Energie selbst, die Netznutzung, die kommunalen Abgaben und den Bundeszuschlag. Nur der Energieanteil folgt direkt den Märkten. Das Netz hängt von den örtlichen Infrastrukturkosten ab und bewegt sich langsamer, weshalb sich sinkende Grosshandelspreise nicht überall im gleichen Tempo niederschlagen.

Die Unterschiede zwischen den Gemeinden bleiben von ganz anderer Grössenordnung als die jährliche Veränderung. 2027 reicht der Tarif von 10.56 Rappen in Rongellen (GR) bis 45.88 Rappen in Kestenholz (SO), also von 475 Franken bis 2’065 Franken Jahresrechnung für denselben Haushalt.

Das Profil H4 dient als überall identischer Musterhaushalt. Es entspricht einer Fünfzimmerwohnung mit Elektroherd und Tumbler. Das ist nicht der Verbrauch aller, aber es ist in jeder Gemeinde derselbe, was die Tarife untereinander vergleichbar macht. Ein Haushalt mit halb so hohem Verbrauch sieht seine Rechnung im selben Verhältnis schwanken.

Ein Tarif, der für das ganze Jahr feststeht

Die Netzbetreiber melden ihre Tarife vor Ende August, die Eidgenössische Elektrizitätskommission veröffentlicht ihren nationalen Vergleich Anfang September, und die neuen Tarife gelten vom 1. Januar bis zum 31. Dezember ohne Revision im Jahresverlauf. Der heute abgelesene Betrag gilt somit für die kommenden zwölf Monate.

Amtliche Tarife der Eidgenössischen Elektrizitätskommission, Verbrauchsprofil H4 (4’500 kWh pro Jahr), Standardprodukt, alle Bestandteile inbegriffen. Der Vergleich umfasst die für 2026 und für 2027 dokumentierten Gemeinden, berechnet mit derselben Verarbeitungskette. Versorgen mehrere Netzbetreiber eine Gemeinde, weist Civiora den Median ihrer Tarife aus. Eine prozentuale Veränderung sagt nichts über das erreichte Niveau.

Das Wichtigste in Kürze

  • -3.4 %: mittlere Veränderung des Tarifs zwischen 2026 und 2027
  • 1’799: Gemeinden mit tieferem Tarif von 2’107 dokumentierten
  • 41 CHF: jährliche Ersparnis des Musterhaushalts, im Median

Quellen

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