Die Schweiz hat in vierzehn Jahren 1.18 Millionen Einwohner gewonnen: Wo konzentriert sich das Wachstum?
Die Schweiz zählte Ende 2024 9’051’029 Einwohner, gegenüber 7’870’134 vierzehn Jahre zuvor, gemäss der Statistik STATPOP des Bundesamts für Statistik. Das entspricht 1.18 Millionen zusätzlichen Personen, ein Zuwachs von 15.0 %. Dieses Wachstum verteilt sich nicht gleichmässig: 1’247 Gemeinden mit mindestens 1’000 Einwohnern im Jahr 2010 haben Einwohner gewonnen, während 101 verloren haben.
Ein Zuwachs von 15 % auf nationaler Ebene
Zwischen Ende 2010 und Ende 2024 steigt die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz von 7’870’134 auf 9’051’029 Personen. Die Differenz beträgt 1’180’895 Einwohner, ein Anstieg um 15.0 % in vierzehn Jahren. Diese Zahlen stammen aus STATPOP, der jährlichen Erhebung des Bundesamts für Statistik mit Stichtag 31. Dezember jedes Jahres.
Hinter diesem nationalen Total gehen die Entwicklungen der Gemeinden stark auseinander. Manche Gemeinden haben ihre Bevölkerung um mehr als 60 % wachsen sehen, während andere fast einen Drittel ihrer Einwohner verloren haben. Genau diese Geografie des Wachstums zeigen die Daten Gemeinde für Gemeinde.
Zwölfmal mehr wachsende als schrumpfende Gemeinden
Unter den Gemeinden, die 2010 mindestens 1’000 Einwohner zählten, haben 1’247 Einwohner gewonnen und 101 verloren. Anders gesagt: Auf eine schrumpfende Gemeinde kommen zwölf wachsende. Die Grundtendenz zeigt also im ganzen Land nach oben.
Die fünf stärksten Rückgänge liegen alle in Alpentälern, in den Kantonen Graubünden, Tessin und Wallis. Die acht stärksten Zunahmen verteilen sich dagegen auf die Kantone Waadt, Aargau, Wallis, Zürich und Freiburg.
Roche, dann Le Mont-sur-Lausanne an der Spitze der Zunahmen
Die höchste Veränderung entfällt auf Roche (VD): +99.4 %. Die Gemeinde startete 2010 allerdings mit exakt 1’000 Einwohnern – der für diese Rangliste gewählten Schwelle – und zählt Ende 2024 1’994 Einwohner. Le Mont-sur-Lausanne (VD) verzeichnet seinerseits den stärksten Anstieg einer bereits etablierten Gemeinde: von 5’557 auf 9’531 Einwohner, also +71.5 %. Es folgen Staufen (AG) mit +70.2 % und Saxon (VS) mit +62.9 %.
| Gemeinde | Einwohner 2010 | Einwohner 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Roche (VD) | 1’000 | 1’994 | +99.4 % |
| Le Mont-sur-Lausanne (VD) | 5’557 | 9’531 | +71.5 % |
| Staufen (AG) | 2’587 | 4’402 | +70.2 % |
| Saxon (VS) | 4’557 | 7’424 | +62.9 % |
| Lufingen (ZH) | 1’762 | 2’840 | +61.2 % |
| Misery-Courtion (FR) | 1’494 | 2’404 | +60.9 % |
| Aesch (ZH) | 1’034 | 1’659 | +60.4 % |
| Vully-les-Lacs (VD) | 2’278 | 3’627 | +59.2 % |
Methodischer Hinweis: Die kommunalen Prozentwerte beziehen sich auf Gemeinden mit mindestens 1’000 Einwohnern im Jahr 2010, um Effekte sehr kleiner Berechnungsgrundlagen auszuschliessen. Roche (VD) startete genau bei dieser Schwelle, was das Ausmass seiner prozentualen Veränderung erklärt. Quelle: STATPOP, ständige Wohnbevölkerung, Stand 31. Dezember, Bundesamt für Statistik.
Rückgänge in Alpentälern
Der stärkste Rückgang trifft Tujetsch (GR): Die Gemeinde fällt von 1’732 auf 1’199 Einwohner, also −30.8 %, fast ein Drittel ihrer Bevölkerung. Faido (TI) verliert 20.0 %, von 3’382 auf 2’705 Einwohner. Die fünf stärksten Abnahmen betreffen ausnahmslos Gemeinden in Alpentälern, verteilt auf Graubünden, das Tessin und das Wallis.
- Tujetsch (GR): 1’732 → 1’199 Einwohner (−30.8 %)
- Faido (TI): 3’382 → 2’705 Einwohner (−20.0 %)
- Sumvitg (GR): 1’281 → 1’063 Einwohner (−17.0 %)
- Goms (VS): 1’324 → 1’149 Einwohner (−13.2 %)
- Leukerbad (VS): 1’633 → 1’426 Einwohner (−12.7 %)
Insgesamt haben 101 Gemeinden mit mindestens 1’000 Einwohnern (2010) im Beobachtungszeitraum Einwohner verloren. Der Kontrast zu den stärksten Zunahmen ist deutlich: Während Tujetsch fast einen Drittel seiner Einwohner verlor, gewann Le Mont-sur-Lausanne mehr als sieben von zehn hinzu.
Alle sechs beobachteten grossen Städte gewinnen Einwohner
Keine der sechs beobachteten grossen Städte schrumpft im Beobachtungszeitraum. Zürich wächst von 372’857 auf 436’551 Einwohner, ein Gewinn von 63’694 Personen, also +17.1 %. Winterthur legt prozentual noch schneller zu: +18.8 %, von 101’308 auf 120’376 Einwohner. Die beiden Zürcher Städte übertreffen damit das nationale Tempo von 15.0 %.
In der Westschweiz gewinnt Genf 21’591 Einwohner und erreicht Ende 2024 209’061 Personen, also +11.5 %. Lausanne wächst von 127’821 auf 144’873 Einwohner (+13.3 %). Die beiden Städte am Genfersee wachsen etwas langsamer als der Landesdurchschnitt, während Le Mont-sur-Lausanne (VD) zu den Gemeinden mit den stärksten Zunahmen gehört.
Basel steigt von 163’216 auf 177’571 Einwohner (+8.8 %) und Bern von 124’381 auf 137’995 (+10.9 %). Diese beiden Städte weisen die moderatesten Zunahmen der sechs von den Daten abgedeckten grossen Städte auf.
Das Vergleichstool von Civiora zeigt die Entwicklung 2010–2024 jeder Schweizer Gemeinde. Das Bundesamt für Statistik wird die nächsten STATPOP-Ergebnisse mit Stand 31. Dezember 2025 im Laufe des Jahres 2026 publizieren; sie werden nach ihrer Aufschaltung in die Plattform integriert.
Quellen des Artikels
Bundesamt für Statistik (BFS)STATPOP — ständige Wohnbevölkerung (STAT-TAB), Stand 31.12.2024Quelle ansehen
