Leerwohnungen: die Schweiz bei 1.0 %, Thun bei 0.05 %
Die Schweiz zählte am 1. Juni 2025 gemäss der Erhebung des Bundesamts für Statistik 48’455 leerstehende Wohnungen. Das entspricht 1.0 % eines Bestands von 4’840’096 Wohnungen. Hinter diesem Mittelwert liegen 1’154 Gemeinden unter der Marke von 1 %. Und unter den Städten mit mehr als 30’000 Einwohnern weist Thun die tiefste Ziffer auf: 0.05 %.
Eine von hundert Wohnungen steht in der Schweiz leer
Am 1. Juni 2025 hat das Bundesamt für Statistik landesweit 48’455 leerstehende Wohnungen erfasst. Der schweizerische Bestand umfasst 4’840’096 Wohnungen. Die aggregierte Leerwohnungsziffer liegt damit bei 1.0 %: Von hundert Wohnungen ist eine einzige als leer erfasst. Diese Zahl beschreibt den Zustand des Marktes zu einem präzisen Stichtag, dem Datum der jährlichen BFS-Erhebung.
Dieses Landesmittel verdeckt jedoch sehr unterschiedliche Realitäten in den 2’110 Gemeinden des Landes. Unter den Städten mit mehr als 30’000 Einwohnern trennt der grösste Abstand Thun, wo 0.05 % des Bestands leer stehen, von La Chaux-de-Fonds mit 3.57 %. Dieselbe Erhebung beschreibt am selben Stichtag also sehr verschiedene lokale Märkte.
Das BFS zählt die leerstehenden Wohnungen jedes Jahr per Stichtag 1. Juni. Die Erhebung 2025 beschreibt somit den Zustand des Bestands am 1. Juni 2025. Die Ziffer jeder Gemeinde setzt die Zahl der leerstehenden Wohnungen ins Verhältnis zu ihrem gesamten Wohnungsbestand.
1’154 Gemeinden unter der Marke von 1 %
Mehr als jede zweite Gemeinde liegt unter dem Landesmittel: 1’154 der 2’110 Schweizer Gemeinden weisen eine Leerwohnungsziffer von unter 1 % auf. Die Knappheit an leeren Wohnungen betrifft also nicht nur die grossen Zentren, sondern weite Teile des Landes.
Die Erhebung verzeichnet sogar 196 Gemeinden ohne eine einzige Leerwohnung. In diesen Ortschaften wurde am 1. Juni 2025 keine einzige leere Wohnung gezählt. Umgekehrt liegen 956 Gemeinden bei 1 % oder darüber.
Thun, die tiefste Ziffer unter den grossen Städten
Mit 0.05 % leerstehenden Wohnungen verzeichnet Thun die tiefste Ziffer unter den Städten mit mehr als 30’000 Einwohnern. Die Berner Stadt zählt 44’125 Einwohner. Sie liegt vor Zürich, der grössten Stadt des Landes mit 436’551 Einwohnern, wo die Ziffer 0.10 % beträgt.
Auch die Genfer Region findet sich im unteren Teil der Rangliste: Lancy weist 0.16 % auf und Vernier 0.18 %, gleichauf mit Winterthur. Sitten folgt mit 0.22 %, vor Chur (0.23 %) und Köniz (0.28 %). Acht grosse Städte bleiben damit unter dem Landesmittel von 1.0 %.
| Stadt | Kanton | Leerwohnungsziffer 2025 | Einwohner |
|---|---|---|---|
| Thun | BE | 0.05 % | 44’125 |
| Zürich | ZH | 0.10 % | 436’551 |
| Lancy | GE | 0.16 % | 37’259 |
| Vernier | GE | 0.18 % | 37’837 |
| Winterthur | ZH | 0.18 % | 120’376 |
| Sion | VS | 0.22 % | 37’154 |
| Chur | GR | 0.23 % | 39’486 |
| Köniz | BE | 0.28 % | 43’508 |
La Chaux-de-Fonds am anderen Ende der Skala
La Chaux-de-Fonds weist die höchste Ziffer der Städte mit mehr als 30’000 Einwohnern auf: 3.57 % ihres Bestands stehen leer. Die Neuenburger Stadt mit 37’600 Einwohnern erreicht damit mehr als das Dreifache des nationalen Werts von 1.0 %.
Vier weitere grosse Städte liegen gemäss der BFS-Erhebung ebenfalls über dem Schweizer Mittel:
- St. Gallen (SG): 2.30 %
- Bellinzona (TI): 2.27 %
- Lugano (TI): 2.08 %
- Emmen (LU): 1.47 %
Das Tessin stellt damit zwei Städte in dieser Gruppe, Bellinzona und Lugano. Bei den Städten mit mehr als 30’000 Einwohnern reicht die Spannweite somit von 0.05 % in Thun bis 3.57 % in La Chaux-de-Fonds.
Zürich und Genf: zehn Jahre im Rückblick
In Zürich ist die Leerwohnungsziffer gemäss den jährlichen BFS-Erhebungen von 0.22 % im Jahr 2015 auf 0.10 % im Jahr 2025 gesunken. 2018 lag sie noch bei 0.20 %, fiel 2019 auf 0.14 % und erreichte 2023 mit 0.06 % einen Tiefpunkt. Ein leichter Wiederanstieg brachte sie 2025 auf 0.10 %. Über zehn Jahre hat sich der Anteil leerer Wohnungen dort mehr als halbiert.
Genf zeichnet ein anderes Profil. Die Ziffer stieg von 0.50 % im Jahr 2015 bis auf einen Höchststand von 0.68 % im Jahr 2021. Sie fiel 2022 auf 0.47 % zurück und stieg 2024 wieder auf 0.54 %. Die Erhebung 2025 verortet sie bei 0.36 %, dem tiefsten Stand des Jahrzehnts für die Stadt.
In der Erhebung 2025 ordnen sich die übrigen grossen Städte zwischen diesen Werten ein: Bern liegt bei 0.43 %, Lausanne bei 0.58 % und Basel bei 0.95 %, nahe am nationalen Wert von 1.0 %.
Die nächste BFS-Erhebung wird den Zustand des Bestands am 1. Juni 2026 beschreiben. Bis dahin lässt sich die Leerwohnungsziffer im Vergleichstool von Civiora Gemeinde für Gemeinde abrufen, für jede der 2’110 Schweizer Gemeinden.
Quellen des Artikels
Bundesamt für Statistik (BFS)Leerwohnungszählung vom 1. Juni 2025Quelle ansehen
Bundesamt für Statistik (BFS)Gebäude- und Wohnungsstatistik (GWS) — Wohnungsbestand 2024Quelle ansehen
