2’110 Gemeinden per 1. Januar 2026: Fünf Jahre Fusionen verändern die Schweizer Karte
Die Schweiz zählt per 1. Januar 2026 noch 2’110 Gemeinden, gegenüber 2’172 fünf Jahre zuvor, gemäss dem offiziellen Verzeichnis des Bundesamts für Statistik. In fünf Jahren sind 83 Gemeinden durch Fusionen aufgegangen, und 21 neue Einheiten sind entstanden. Derselbe Jahrgang verzeichnet einen im Zeitraum einmaligen Fall: Moutier mit seinen 7’256 Einwohnerinnen und Einwohnern verlässt den Kanton Bern und wechselt zum Kanton Jura.
Zweiundsechzig Gemeinden weniger in fünf Jahren
Zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 1. Januar 2026 ist die Zahl der Schweizer Gemeinden von 2’172 auf 2’110 gesunken, ein Rückgang um 62 Einheiten. Das Bundesamt für Statistik (BFS) erfasst diese Entwicklung im offiziellen Gemeindeverzeichnis AGVCH. Die Zahlen dieses Artikels stammen aus dessen offizieller Korrespondenztabelle zwischen den Ständen 2021 und 2026.
Hinter dem Nettorückgang von 62 Einheiten steht eine grössere Bewegung: 83 Gemeinden sind in fünf Jahren aufgegangen. Die Differenz erklärt sich durch die Mechanik der Zusammenschlüsse. Wenn sich mehrere Gemeinden vereinen, entsteht oft eine neue, die ins Register eintritt, während die alten austreten. Über den Zeitraum sind so 83 Gemeinden aus dem Register ausgeschieden, während 21 neue Einheiten hinzugekommen sind. Die Differenz zwischen diesen beiden Strömen ergibt den Saldo von −62 Gemeinden zwischen 2021 und 2026.
Zurzach, Hautemorges, Lema: die grossen Zusammenschlüsse
Der grösste Zusammenschluss des Zeitraums findet sich im Aargau: Neun Gemeinden wurden zu Zurzach vereint, das im Jahr 2024 8’336 Einwohnerinnen und Einwohner zählt. Es folgen Hautemorges, entstanden aus sieben Gemeinden (4’383 Einwohner), und Lema aus sechs (2’662 Einwohner). Die bevölkerungsreichste dieser neuen Einheiten bleibt jedoch Laténa mit 11’718 Einwohnern aus fünf vereinten Gemeinden.
Vier weitere Zusammenschlüsse des Zeitraums vereinen je vier oder fünf Gemeinden. Im Tessin fasst Tresa fünf Gemeinden zusammen und zählt 3’126 Einwohner. Im Aargau entsteht auch Böztal aus fünf Gemeinden, mit 2’940 Einwohnern. Im Kanton Freiburg vereint Rue vier Gemeinden (2’638 Einwohner). Im Kanton Zürich schliesst Andelfingen ebenfalls vier zusammen, mit 3’681 Einwohnern.
| Neue Gemeinde | Vereinte Gemeinden | Bevölkerung 2024 |
|---|---|---|
| Zurzach | 9 | 8’336 |
| Hautemorges | 7 | 4’383 |
| Lema | 6 | 2’662 |
| Laténa | 5 | 11’718 |
| Tresa | 5 | 3’126 |
| Böztal | 5 | 2’940 |
| Andelfingen | 4 | 3’681 |
| Rue | 4 | 2’638 |
Aargau und Freiburg als aktivste Kantone
Sechs Kantone stehen gemäss der Korrespondenztabelle des BFS an der Spitze der Bewegung. Zwei von ihnen teilen sich den ersten Platz, mit je sechs Fusionen im Zeitraum. Mehrere bereits genannte Zusammenschlüsse gehören dazu: Zurzach und Böztal im Aargau, Rue im Kanton Freiburg, Tresa im Tessin.
- Aargau und Freiburg: je 6 Fusionen zwischen 2021 und 2026;
- Tessin: 5 Fusionen im gleichen Zeitraum;
- Jura, Solothurn und Waadt: je 4 Fusionen.
Moutier als einzige Gemeinde mit Kantonswechsel
Moutier ist der aussergewöhnlichste Fall des Jahrgangs 2026. Die Gemeinde mit 7’256 Einwohnerinnen und Einwohnern hat den Kanton Bern per 1. Januar 2026 verlassen und gehört neu zum Kanton Jura, wo sie dem Bezirk Moutier zugeteilt ist. Über den gesamten Zeitraum 2021–2026 ist Moutier die einzige Gemeinde, die den Kanton wechselt: ein Einzelfall in der Korrespondenztabelle des BFS.
Im eidgenössischen Register lässt sich der Wechsel direkt ablesen. Die BFS-Nummer von Moutier wechselt von 700 auf 6831; die jurassische Nummerierung ersetzt die bernische. Die Gemeinde fusioniert mit niemandem: Sie wechselt lediglich den Kanton, mit ihrer Bevölkerung und ihrem Gebiet.
Was Fusionen für die Daten bedeuten
Für eine Plattform mit Gemeindedaten stellt jede Fusion dieselbe Frage: Was geschieht mit den Zahlen der früheren Gemeinde? Auf Civiora gilt eine strikte Regel: Quoten und Indikatoren einer aufgelösten Gemeinde werden nie auf die neue Einheit übertragen. Eine statistische Reihe endet mit dem Datum der Fusion; die aus dem Zusammenschluss entstandene Gemeinde beginnt ihre eigene.
Konkret führen die Zahlen von Zurzach nicht jene der neun Vorgängergemeinden weiter. Dieselbe Regel gilt für Tresa, Böztal, Rue oder Andelfingen. Der Vergleichsdienst der Website zeigt die 2’110 heutigen Gemeinden damit auf einer einheitlichen Basis, ohne Vermischung von alten und neuen Einheiten.
Methodischer Hinweis: Die Zuordnungen zwischen früheren und neuen Gemeinden stammen aus der offiziellen Korrespondenztabelle 2021→2026 des BFS (Verzeichnis AGVCH). Die genannten Bevölkerungszahlen beziehen sich auf 2024. Keine Quote und kein Indikator einer aufgehobenen Gemeinde wird auf die Fusionsgemeinde übertragen.
Das BFS führt das offizielle Gemeindeverzeichnis laufend nach; Fusionen treten in der Regel per 1. Januar in Kraft. Der nächste Stand des Verzeichnisses, per 1. Januar 2027, wird zeigen, ob die Schweizer Karte unter die Marke von 2’110 Gemeinden fällt.
Quellen des Artikels
Bundesamt für Statistik (BFS)Amtliches Gemeindeverzeichnis (AGVCH), Stand 01.01.2026Quelle ansehen
