Was ein Umzug in eine andere Gemeinde wirklich verändert
Ein Ehepaar mit einem Einkommen von 120’000 Franken zahlt in <strong>Baar</strong> im Kanton Zug 13’009 Franken pro Jahr an Steuern, Krankenkassenprämien und Strom, in <strong>Les Verrières</strong> im Kanton Neuenburg dagegen 32’608 Franken. Zwischen den beiden Extremen der 2’106 in allen drei Bereichen dokumentierten Gemeinden liegen 19’599 Franken im Jahr.
Ein Musterpaar, in jeder Gemeinde dasselbe
Wer Gemeinden vergleicht, muss dasselbe vergleichen. Civiora legt deshalb überall denselben Modellhaushalt zugrunde: ein Ehepaar mit einem einzigen Einkommen von 120’000 Franken, ohne Kinder, ohne Vermögen und ohne Kirchenzugehörigkeit. Dieses Paar zahlt drei Rechnungen, die von der Wohngemeinde abhängen: die Einkommenssteuer, die Krankenkassenprämien zweier Erwachsener und den Strom.
Die drei Beträge stammen aus drei verschiedenen amtlichen Quellen. Die Steuerbelastung berechnet der Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung für das Jahr 2025. Die Prämien sind die amtlichen Durchschnittsprämien des Bundesamtes für Gesundheit für 2026. Der Strom folgt dem ElCom-Tarif 2026 für das Profil H4, einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4’500 Kilowattstunden pro Jahr.
Die Extreme entstehen vor allem bei der Steuer
In Baar macht die Steuer 4’548 Franken aus, die beiden Prämien 7’476 Franken und der Strom 985 Franken. In Les Verrières steigt die Steuer auf 18’612 Franken und damit auf das Vierfache, während die Prämien 12’696 Franken und der Strom 1’300 Franken erreichen.
Die drei Bereiche haben sehr unterschiedliche Grössenordnungen. Steuer und Prämien zählen in Tausenden von Franken und schwanken von einem Ende des Landes zum anderen stark. Der Strom bleibt überall unter 2’000 Franken: Er fällt bei einem Umzug kaum ins Gewicht, auch wenn sich sein Tarif von Gemeinde zu Gemeinde verdoppeln kann.
Fünf Gemeinden zuunterst, fünf zuoberst
| Gemeinde | Total pro Jahr | davon Steuer | davon Prämien | davon Strom |
|---|---|---|---|---|
| Baar (ZG) | 13’009 CHF | 4’548 CHF | 7’476 CHF | 985 CHF |
| Zug (ZG) | 13’033 CHF | 4’572 CHF | 7’476 CHF | 985 CHF |
| Walchwil (ZG) | 13’045 CHF | 4’584 CHF | 7’476 CHF | 985 CHF |
| Unterägeri (ZG) | 13’069 CHF | 4’608 CHF | 7’476 CHF | 985 CHF |
| Cham (ZG) | 13’069 CHF | 4’608 CHF | 7’476 CHF | 985 CHF |
| Les Verrières (NE) | 32’608 CHF | 18’612 CHF | 12’696 CHF | 1’300 CHF |
| Les Planchettes (NE) | 32’534 CHF | 18’540 CHF | 12’696 CHF | 1’298 CHF |
| Lignières (NE) | 32’452 CHF | 18’456 CHF | 12’696 CHF | 1’300 CHF |
| Cressier (NE) | 32’452 CHF | 18’456 CHF | 12’696 CHF | 1’300 CHF |
| Val-de-Travers (NE) | 32’368 CHF | 18’372 CHF | 12’696 CHF | 1’300 CHF |
Zuoberst stehen Zuger Gemeinden, zuunterst Neuenburger. Die mittlere Ausgabe der dokumentierten Gemeinden liegt bei 26’786 Franken pro Jahr und damit ungefähr in der Mitte zwischen den beiden Extremen.
Die Gemeinde gegenüber kann 10’710 Franken günstiger sein
Für einen Umzug muss man nicht die ganze Schweiz durchqueren. Vergleicht man die 3’355 Gemeindepaare, die eine gemeinsame Grenze haben und je mindestens 1’000 Einwohner zählen, liegt der grösste Unterschied zwischen Risch (ZG) und Meierskappel (LU): 13’093 Franken gegenüber 23’803 Franken, also 10’710 Franken pro Jahr für zwei Gebiete, die aneinandergrenzen.
- Risch (ZG) gegenüber Meierskappel (LU): 10’710 Franken Unterschied pro Jahr
- Hünenberg (ZG) gegenüber Oberrüti (AG): 10’708 Franken Unterschied pro Jahr
- Hünenberg (ZG) gegenüber Mühlau (AG): 10’645 Franken Unterschied pro Jahr
- Risch (ZG) gegenüber Dietwil (AG): 10’124 Franken Unterschied pro Jahr
- Hünenberg (ZG) gegenüber Dietwil (AG): 10’064 Franken Unterschied pro Jahr
Fast alle diese Gemeindepaare gehören zu zwei verschiedenen Kantonen. Die Kantonsgrenze, im Gelände unsichtbar, macht hier den grössten Teil des Unterschieds aus, denn sie ändert sowohl den Steuertarif als auch die Prämienregion.
Was diese Rechnung nicht sagt
Drei Posten ergeben noch kein Budget. Die Miete, oft der grösste Posten eines Haushalts, fehlt in dieser Rechnung: Civiora verfügt über keine Mietdaten pro Gemeinde. Ebenso fehlen die Verkehrskosten, die kommunalen Gebühren und die Immobilienpreise.
Das Ergebnis hängt zudem vom gewählten Haushalt ab. Eine alleinstehende Person, eine Familie mit Kindern und eine Rentnerin oder ein Rentner unterliegen weder demselben Tarif noch derselben Prämie. Der Vergleichsrechner von Civiora stellt fünf Gemeinden nebeneinander, gerechnet auf den fünf Modellfällen der Eidgenössischen Steuerverwaltung.
Die Zahlen stammen wie ihre Quellen aus verschiedenen Jahren: Steuerbelastung 2025, Prämien 2026, Stromtarife 2026. Das Jahrestotal ist eine Berechnung von Civiora auf der Grundlage dieser drei amtlichen Quellen und kein von einer Behörde veröffentlichter Betrag. Gemeinden, die per 1. Januar 2026 fusioniert oder den Kanton gewechselt haben, sind ausgeschlossen, weil ihre neuen Steuerfüsse noch nicht publiziert sind. Bei den Nachbarpaaren werden nur Gemeinden ab 1’000 Einwohnern berücksichtigt.
Quellen des Artikels
Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV)Steuerbelastung 2026: Steuerrechner Schweiz (Modellfälle)Quelle ansehen
Bundesamt für Gesundheit (BAG)Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 2026 (priminfo)Quelle ansehen
Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom)Strompreise 2026, Profil H4, StandardproduktQuelle ansehen
